Ong Ken Sen, Kurator des Performing Arts Festivals In Transit 2002/2003 und Künstlerischer Leiter von TheatreWorks, gewann den Fukuoka Asian Arts and Culture Prize 2010
Zitat aus der Laudatio: "Ong Keng Sen ist einer der umtriebigsten Theater-Regisseure weltweit. Seine Produktionen sind geprägt durch eine moderne Empfindsamkeit, die asiatische und europäische Aufführungstraditionen in beeindruckender Weise zusammenführt.
Bei all seinen Aktivitäten stellt sich Ong Keng Sen stets dieselbe fundamentale Frage: „Was bedeutet es dieser Tage, als Künstler auf der Welt zu sein?“ Als Theaterregisseur hat er seinen Blick fest auf die enorme geografische Ausdehnung Asiens und der westlichen Welt gerichtet, ebenso auf ein weit zurückreichendes geschichtliches Bewusstsein. Herr Ong Keng Sen ist eine der führenden Persönlichkeiten der internationalen Theaterwelt, seine Arbeiten haben mit Erfolg den althergebrachten, allzu schlichten Dualismus von klassischer und gegenwärtiger Kunst, von Ost und West aufgelöst. Indem er somit Grenzen zwischen Genres und Nationen überwindet, hat er durch sein ausgeprägtes Bewusstsein für die Diskurse der Gegenwart in großartiger Weise zu einer Neubewertung der fundamentalen und universellen Kraft der Kunst beigetragen. Angesichts dieses Beitrags hat er sich die Auszeichnung des Arts and Culture-Preises des
Fukuoka-Preises
wahrhaftig verdient."
Über Lebenskunst
Initiative für Kultur und Nachhaltigkeit. Der Klimawandel lässt eine ökologische Krise erwarten, die nur in der Allianz aller gesellschaftlichen Gruppen und in globaler Übereinkunft zu bewältigen scheint. Wie gelingt die Zusammenarbeit von Kunst, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Bildung, so dass neue Vorstellungen einer ökologischen Lebenskunst des 21. Jahrhunderts entstehen und damit eine andere soziale Praxis? Mit einem weltweiten Call for Future startet die Kulturstiftung des Bundes Anfang des Jahres 2010 ihre Initiative für Kultur und Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Aus der Ideensammlung werden innovative Projekte von hoher Alltagspraktikabilität (Architektur, Mobilität, Ernährung usw.) entwickelt, die im Sommer 2011 auf einem großen Festival „Über Lebenskunst“ im Haus der Kulturen der Welt vorgestellt werden. In Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission entwickelt die Kulturstiftung des Bundes außerdem ein Moderatoren-Programm zur Entwicklung von Kulturprojekten zum Thema Nachhaltigkeit für Jugendliche in Zusammenarbeit mit Schulen und Kultureinrichtungen.
In der Wüste der Moderne: Ausstellung eröffnet am 2. Oktober in Casablanca
Vom 2. Oktober bis 30. November präsentieren Casamemoire in Casablanca und das Haus der Kulturen der Welt die Ausstellung in der Wüste der Moderne, die im Sommer 2008 in Berlin zu sehen war.
Das Ausstellungsprojekt stellt Architekturen und urbanistische Konzepte vor, die in den Ausnahmezuständen kolonialer Verwaltung, beeinflusst durch antikoloniale Befreiungskämpfe und transnationale Migration in Nordafrika und Westeuropa entstanden. Das Beispiel dieser Bauprojekte der 50er- und 60er-Jahre zeigt: Die europäische Moderne wäre ohne Kolonialismus nicht realisierbar gewesen.
Neue Oper von Liu Sola: The Afterlife of Li Jiangtong
Liu Sola, die mit dem Haus der Kulturen der Welt im Rahmen mehrerer Projekte zusammengearbeitet hat und auch bis 2007 Mitglied des Programmbeirats war, stellt am 12. Mai 2009 in London eine neue Kammeroper vor. Unter dem Titel The Afterlife of Li Jiangtong wendet sie sich erneut, wie auch in der als Auftragskomposition für das HKW entstandenen Oper Fantasy of the Red Queen, der chinesischen Kulturrevolution zu. Im Zentrum des Werks steht Li Jiangtong, die Mutter von Liu Sola. Ihre Bücher, obwohl von vielen Chinesen geschätzt, wurden aufgrund einer Kritik von Mao verbannt; die Autorin litt unter lebenslanger Bedrohung und Verfolgung. Die Oper für Gesang, Rekorder, Harfe, Sitar und chinesische Percussion wird mit dem Ensemble Theatre of Voices unter Leitung des renommierten Dirigenten und Musikexperten Paul Hillier uraufgeführt. Die Produktion wurde vom Barbican Theatre als Teil des zweimonatigen Festivals Beyond the Wall – New Music from China initiiert. Im Anschluss ist The Afterlife… in Kopenhagen zu sehen.
Javier Téllez im Kunsthaus Baselland
Javier Téllez filmische Arbeit "Caligari und der Schlafwandler", 2008 zur Ausstellung Rational/Irrational im Haus der Kulturen der Welt entstanden, ist ab 25. April im Kunsthaus Baselland zu sehen. Zusätzlich präsentiert das Museum zwei weitere Arbeiten des venezolanischen Künstlers: Im Jahre 2004 entstand in Zusammenarbeit mit einer Gruppe weiblicher Patientinnen des Rozelle Hospitals in Sydney die 2-Kanal-Videoinstallation „La Passion de Jeanne d’Arc (Rozelle Hospital)“ und „Twelve and a Marionette“. Für die Biennale InSite, die sich der Kunst im öffentlichen Raum widmet, entwickelte Téllez im Jahre 2005 die Arbeit „One Flew Over the Void“. Dafür organisierte er in Zusammenarbeit mit Patienten des CESAM State Psychiatric Hospital bei Mexicali eine Art öffentliches Spektakel.
Vom 18. April – 14. Juni 2009 präsentiert der Kunstverein Braunschweig den Künstler in einer Einzelausstellung.
Kulturmanager aus 13 Ländern Afrikas in Deutschland
Erstmals führt das Goethe-Institut zusammen mit InWEnt ein Fortbildungsprogramm für Kulturmanager aus 13 Ländern südlich der Sahara durch. Ziel des Vorhabens ist die Professionalisierung von Kultureinrichtungen, der Aufbau eines tragfähigen innerafrikanischen Netzwerks und die Förderung der Zusammenarbeit afrikanischer und deutscher Kulturinstitutionen.
Nach dem Initialworkshop im vergangenen Jahr in München beginnt am 16. März die zweite Phase des Projekts: Die Teilnehmer – Produzenten, Kuratoren oder Mitarbeiter von Kultureinrichtungen mit mehrjähriger Berufserfahrung – besuchen eine vierwöchige Fortbildung zu Themen wie Projektmanagement, Marketing, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit in Berlin.
Salif Sanfo von der Kulturorganisation Afrik`heur aus Burkina Faso, die internationale Anerkennung für afrikanische Künstler schaffen und Kunst als gesellschaftliches Bildungselement etablieren will, hospitiert im Haus der Kulturen der Welt, Berlin.
Nach ihrer Rückkehr setzen die Kulturmanager eigene Projekte um, in Zusammenarbeit mit den lokalen Goethe-Instituten – Ausgangspunkt für potenzielle Koproduktionen und längerfristige Verbindungen zwischen den Kulturinstitutionen auf afrikanischer und deutscher Seite.