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Künstlerisches Forschungsprojekt

global prayers • Erlösung und Befreiung in der Stadt

01.06.2010 - 31.03.2014

Neue religiöse Bewegungen verändern weltweit Alltag, Gesellschaft und Ökonomien in globalen Metropolen:

In Lagos fasst die wichtigste Kirche fünfmal mehr Gläubige als das größte Fußballstadion der Welt. In Beirut übernehmen islamische Einrichtungen den Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt und kontrollieren die Wohnungsversorgung. In den Favelas von Rio de Janeiro sind die Evangelikalen in der Drogenprävention aktiv, während in Mumbai Hindu-Nationalisten sich regulär an der Stadtregierung beteiligt sind. Neue religiöse Bewegungen und Organisationen sind über Kontinente hinweg verbunden, sie treten als politische Akteure auf und ersetzen häufig die Rolle des Staates – quer durch alle Weltregionen und Religionen. Zugleich werden die städtischen Kulturen von neuen religiösen Praktiken wie etwa Religious Hip-Hop oder christlichen Nollywood-Filmen durchdrungen.

Das Projekt global prayers • Erlösung und Befreiung in der Stadt erkundet mit den Mitteln der Wissenschaft und der Kunst neue Erscheinungen des Religiösen im Stadtraum und untersucht hierbei auch den Einfluss urbaner Kulturen auf das Religiöse. Die Bilder und Klänge, Räume und Praktiken, die das Religiöse im Zeitalter der Globalisierung annimmt, lotet global prayers erstmals durch die Zusammenarbeit akademisch und künstlerisch Forschender aus. In den hierbei entstehenden transregionalen Netzwerken werden interdisziplinäre Ansätze weiterentwickelt. Seit Mai 2010 arbeiten mehr als zwanzig Wissenschaftler und Künstler aus über zehn Ländern an Fallstudien in acht Metropolen: Lagos, Rio de Janeiro, Mumbai, Istanbul, Beirut, Jakarta, Kinshasa und Berlin.

Eine Reihe von öffentlichen Präsentationen und Interventionen begleitet den Forschungsprozess: Symposien und Workshops in den Metropolen vor Ort geben Einblick in urbane religiöse Gemeinden und Gemeinschaften und deren Aktivitäten, in den global prayers Saloons werden die Politiken und Praktiken des Wissens diskutiert. Die Ausstellungsreihe the Urban Cultures of Global Prayers in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) ab November 2011 in Berlin und ab Januar 2012 in der Camera Austria Graz präsentiert die Ergebnisse der künstlerischen Forschungsarbeit, die Thementage am Haus der Kulturen der Welt vom 23.02. bis zum 26.02.2012 bilden mit Performances, Filmen, Lesungen und Vorträgen ein Forum für den Austausch mit internationalen Gästen und Vertretern neuer religiöser Formierungen. Dabei verbinden sich wissenschaftliche und audiovisuelle Forschungen mit neu entwickelten dokumentarischen und künstlerischen Arbeiten.

Aktuelle Ergebnisse der künstlerischen und wissenschaftlichen Recherche können im Internet unter www.globalprayers.info eingesehen werden.

Das bis 2014 angelegte Forschungsvorhaben wird durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Institutionen ermöglicht. Von Wissenschaftlern und Kulturschaffenden des Projektbüros metroZones 2009 initiiert, wird global prayers in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt und der Europa-Universität Viadrina durchgeführt. global prayers • Erlösung und Befreiung in der Stadt ist ein Forschungs- und Kulturprojekt am Forum Transregionale Studien. Das Forum fördert Forschungen in Berlin, die systematische und regionenspezifische Fragestellungen verbinden und in transregionaler Sicht verfolgen. Weitere Kooperationspartner sind die Heinrich-Böll-Stiftung, das Goethe-Institut und die NGBK Berlin.

GLOBAL PRAYERS – Veranstaltungen

23. – 26.2.2012
Global Prayers – Theme Days
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27.01. – 9.4.2012
Camera Austria: the Urban Cultures of Global Prayers
Ausstellung
Camera Austria, Lendkai 1, A-8020 Graz, www.camera-austria.at

11.11.2011 – 08.01.2012
NGBK: the Urban Cultures of Global Prayers
Ausstellung
Neue Gesellschaft für Bildende Kunst / NGBK, 10999 Berlin, www.ngbk.de

13.10.2011 | 19:30 h
Global Prayers Buchvorstellung | globalPrayers.Saloon #4
Im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprojektes „Global Prayers. Erlösung und Befreiung in den Städten“ wurde der Sammelband „Urban Prayers – Neue religiöse Bewegungen in der globalen Stadt“ vorgestellt. Die Herausgeber metroZones diskutierten mit den Gästen über neue Erscheinungen des Religiösen und das Verhältnis von Spiritualität, Politik und Alltag in den Metropolen Rio de Janeiro, Mumbai, Lagos oder Berlin.
Buchpräsentation mit Hansjörg Dilger (Institut für Ethnologie der Freien Universität Berlin; Center for Area Studies Berlin), Werner Schiffauer (Vergleichende Kultur- und Sozialanthropologie, Europa-Universität Viadrina Frankfurt/O) und Klaus Teschner (Fachreferent für Städtische Entwicklung in der Lateinamerika- und Afrika-Abteilung des Bischöflichen Hilfswerks Misereor e.V. Aachen), Moderation: Alexa Färber (Kultur der Metropole, HafenCity Universität Hamburg)

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